Interview: Trainee Einsatz in Indien

01. April 2025

Die Green Mobility Trainees haben den sozialen Einsatz ihres Traineeprograms in dem help alliance Projekt „Ganzeitliche Schule, Krishnapuram“ in Indien absolviert. Der Projektpartner vor Ort hat neben der Schule und einem Kinderheim auch eine Kokosnuss- und Gemüse-Farm, mit der lokale Einnahmen generiert werden, die zur Deckung der Betriebskosten der Schule und des Kinderheims beitragen. Die Trainees haben sich der Herausforderung gestellt, den lokalen Partner darin zu unterstützen, diese Betriebskosten langfristig selbst zu erwirtschaften. Wir haben mit ihnen über ihren Projekteinsatz und ihre Lernerfahrungen vor Ort gesprochen.

Wie ist euer Projekt verlaufen und welche inhaltlichen Schwerpunkte habt ihr gesetzt?

Trainees: Unser soziales Projekt hatte zwei Hauptkomponenten. Wir haben mit der lokalen Organisation zusammengearbeitet, um ihr wachsendes Kokosnuss-Business zu unterstützen. Wir konzentrierten uns darauf, den Verkauf von Kokosnussöl und dessen Nebenprodukten zu verbessern, um eine stabile Einnahmequelle zu schaffen. Diese soll der Organisation helfen, finanzielle unabhängig zu werden und Investitionen in die Einrichtungen zu tätigen, die den Kindern zugute kommen.
Darüber hinaus nutzten wir das technische Know-How unserer Gruppe, um den Einsatz von Solarenergie in den Einrichtungen voranzubringen. Häufige Stromausfälle beeinträchtigen das tägliche Leben und die Bildungsmöglichkeiten an der örtlichen Schule erheblich. Wir haben eng mit dem lokalen Team zusammengearbeitet, um Lösungen zu entwickeln, die nicht nur wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind, sondern sich auch positiv auf die Kinder und ihre Entwicklung auswirken.

Was konntet ihr während eurer Zeit vor Ort erreichen und wie profitiert die lokale Community von dem Projekt? 

Trainees: Wir haben einen Business-Plan erstellt, der die lokale Organisation darin unterstützt, ihr biologisch angebautes Kokosnuss-Öl auf dem indischen Markt zu verkaufen. Diesen Business-Plan haben wir direkt umgesetzt, indem wir die Bio-Zertifizierung angestoßen und ein Logo, eine geeignete Verpackung und ein Branding-Konzept entwickelt haben.
Außerdem haben wir unser technisches Wissen verwendet, um auszurechnen, wieviel Strom täglich benötigt wird und welche Art von Solar-Versorgung den Bedarf zuverlässig decken kann. Dank dieser vorbereitenden Kalkulationen, inklusive Finanzierungskonzept, kann die Organisation vor Ort nun eine Photovoltaik-Anlage anschaffen, die den Kindern einen ununterbrochenen Unterricht ermöglicht.
Darüber hinaus trägt unser Projekt zur Stärkung der lokalen Gemeinschaft bei. Der Verkauf von Kokosnussöl und seinen Nebenprodukten zu fairen Preisen auf lokalen Märkten schafft nicht nur eine zusätzliche Einkommensquelle, sondern verbessert auch den Zugang zu Lebensmitteln und anderen fair gehandelten Produkten für die gesamte Gemeinschaft.

Was waren die größten Herausforderungen, denen ihr während eurer Zeit vor Ort begegnet seid? 

Trainees: Die Kommunikation war nicht immer einfach. Da hier Tamil, Telugu und Kannada gesprochen wird und viele Kinder nur eine oder zwei dieser Sprachen beherrschen, kamen wir mit Englisch nichtweiter. Das bedeutete, dass wir uns mehr auf Gesten, Mimik und kreative Wege verlassen mussten, um unsere Botschaft zu vermitteln.
Und dann war da noch die Zeit, die dort ein wenig anders gesehen wird. Zeitpläne waren viel flexibler, die Dinge dauerten oft länger und Änderungen in letzter Minute waren Teil des Prozesses. Das war anfangs frustrierend, aber schließlich lernten wir, starre Erwartungen loszulassen und eine anpassungsfähigere Denkweise anzunehmen.

Konntet ihr während eures Einsatzes Fähigkeiten entwickeln, die euch in eurer beruflichen Laufbahn nützlich sein werden?

Trainees: Während unserer Zeit hier haben wir gelernt, uns flexibel an plötzlich wechselnde Bedingungen anzupassen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Anpassung an kulturelle Unterschiede. Wir haben alternative Arbeitsweisen erkundet und gewohnte Muster bewusst in Frage gestellt. Statt an starren Strukturen festzuhalten, haben wir erkannt, dass es viele Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen – eine wertvolle Fähigkeit, insbesondere in einem internationalen Kontext, in dem Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven eine entscheidende Rolle spielen.

Was war der schönste Teil euerer Arbeit vor Ort? 

Trainees: Der schönste Teil unserer Arbeit war es, Beziehungen zu den Kindern aufzubauen und ihre schulischen Fortschritte zu sehen. Durch den täglichen Umgang mit ihnen und den Projektpartnern der lokalen Organisation konnten wir die südindische Kultur, die Menschen und das unglaubliche Essen auf eine sehr persönliche Weise kennenlernen.
Wir waren zutiefst berührt von der Dankbarkeit und Herzlichkeit sowohl der Kinder als auch des örtlichen Teams. Sie gaben uns das Gefühl, wirklich willkommen zu sein. Auch als Gruppe sind wir uns näher gekommen – nicht nur als Kollegen, sondern als Freunde.
Vor allem aber war es erfüllend zu sehen, wie wir unser Wissen über nachhaltige Unternehmensentwicklung einsetzen konnten, um einen echten, positiven Einfluss auf ein Projekt zu haben, bei dem Kinder an erster Stelle stehen und das sich für die Verbesserung der örtlichen Gemeinschaft einsetzt.